Stadtnachricht
Aufstellung der ersten Wildbienenbaum-Gruppe der Grünen Nachbarschaft
04.03.2010
Von dem 2009 begonnenen Wildbienenprojekt der Grünen Nachbarschaft konnte am 23.Februar die erste Wildbienenbaum-Gruppe im Ludwigsburger Grünzug - Pflugfelden aufgestellt werden.
Nun folgen weitere Holzskulpturen für Bietigheim-Bissingen, Freiberg a.N., Ingersheim, Remseck a.N. und Tamm. Eigens für jede Mitgliedskommune wurden Entwürfe dieser nützlichen Kunstwerke vom beauftragten Künstler Lothar Schöneck ausgearbeitet.
Ziel dieses Natur-Kunst-Projektes der Grünen Nachbarschaft ist es, den bedrohten Wildbienen helfen zu überleben, und gleichzeitig den Menschen die Natur und besonders die Bedeutung der Wildbienen für uns und unsere Umwelt näher zu bringen - ohne Angst vor den nützlichen Tieren zu haben.
Um die Zahl der sehr selten geworden Nistmöglichkeiten für einzeln, d.h. solitär lebende Wildbienen im besiedelten Raum zu erhöhen und um interessante Naturbeobachtungen zu ermöglichen, werden diese Skulpturen in Gemeinschaftsarbeit gefertigt. An mehreren Aktionstagen können Bürger aktiv werden, und helfen, die Skulpturen farbig zu gestalten und Niströhren zu bohren.
Diese Bienenbäume ermöglichen eine neue Art der Wildbienenbehausung. Als Kunstwerk setzen sie ein Lebenszeichen und machen neugierig. Besonders die Kinder. Denn sie sind die Wildbienenschützer von morgen. Die Beobachtung der Wildbienen hilft dabei, Naturzusammenhänge und ihre Gesetzmäßigkeiten zu verstehen. Die geschützten Wildbienen, von denen es in Deutschland über 500 verschiedene Arten gibt, suchen ihre Nahrung auf Blüten und fliegen dabei zwischen 50 und 500 m weit. Oft leben Sie nur wenige Wochen lang.
Nützlich sind die Wildbienen für alle, verdanken wir ihnen doch unser Obst und Gemüse. Gefährlich sind sie dagegen nicht. Wildbienenweibchen können zwar stechen, tun es in der Regel nicht, da sie kein Volk zu verteidigen haben. Wildbienen sind sehr friedliche Tiere und suchen sich lieber einen neuen Nistplatz, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen. Es besteht also keine Gefahr für Erholungssuchende und spielende Kinder.
Interessiert verfolgten Spaziergänger, Anwohner und Vertreter der Grünen Nachbarschaft die Aufstellung der drei imposanten 4,5 m hohen Nisthilfen aus Eichenholz, an deren Entstehung sich viele Bürger seit dem Sommer 2009 im Grünzug beteiligt haben.
Sobald es wärmer wird, werden die unterschiedlichsten Wildbienenarten die neuen Nisthilfen besiedeln. Die Bienen legen ihre Eier in den Röhren ab und verschließen die Brutzellen mit den Nahrungsvorräten aus Nektar und Blütenstaub. Die Bienenlarve ernährt sich von diesem Proviant und verlässt erst im nächsten Frühjahr die Brutzelle. Viele Wildbienenarten sind auf Hohlräume angewiesen, damit die Weibchen ihre Eier ablegen können. Leider verringert sich jedes Jahr die Anzahl geeigneter Nistmöglichkeiten z.B. durch Baumrodungen, Entfernung von Totholz und auch an Gebäuden finden sich kaum noch geeignete Hohlräume.
Bürger können sich durch die ausdrucksvollen Holzskulpturen und Beobachtungsobjekte anregen lassen, auch im eigenen Hausgarten, auf dem Balkon, im Schulgarten oder Kindergarten kleine Nisthilfen aufzustellen und Wildpflanzen als Nahrungsquelle für Wildbienen anzusiedeln. Viele Blütenpflanzen wachsen von alleine in einem seltener gemähten Rasen-Randstreifen oder zwischen anderen Pflanzen im Blumenbeet.
Seit 1995 verwirklichen die sechs Partnerkommunen der Grünen Nachbarschaft gemeinsam und über Gemarkungsgrenzen hinweg Projekte für Menschen, Natur und Landschaft
Geschäftsstelle Grüne Nachbarschaft