Ortsteil Aldingen im Sonnenuntergang
 Das Aldinger Wappen

Beschreibung des Aldinger Wappens

In Blau auf grünen Wellen ein goldenes (gelbes) bewimpeltes Segelschiff mit Aufbauten, im Bug ein stehender Schiffer mit schwarzer Hose und nacktem Oberkörper eine goldene (gelbe) Ruderstange haltend. Siegelbild mindestens seit 1746, Farben 1938 festgelegt.

Sehenswertes in Aldingen

  • Renaissanceschloss (1580) mit Barockportal und barocken Deckengemälden
  • Gotische Pfarrkirche St. Margaretha von 1398 (Chor mit Netzrippengewölbe um 1500); im Innern Grabdenkmäler (16./17. Jahrhundert)

Aldingen

Aldingen ist der größte Stadtteil Remsecks. Über 8 400 Menschen leben dort. Die Spuren menschlichen Lebens reichen in Aldingen weit zurück – bis in die frühe Jungsteinzeit vor gut 7 000 Jahren. Später siedelten die Römer hier und legten auf der Markung mindestens vier Gutshöfe an. Auch die Alamannen ließen sich hier nieder – ein kleiner Friedhof zeugt davon.

Sehr detailgenau wird die Geschichtsschreibung ab dem Jahr 1100. Damals schenkte ein frommer Mann den Hirsauer Mönchen eine Kirche im Dorf Almendingen – dem heutigen Aldingen. Die Kirchenmänner führten von da an genau Buch über die Geschehnisse in der Umgebung.

Um 1500 erbaute Meister Hans von Ulm die Kirche St. Margaretha. Sie ist keine schwäbische Dorfkirche des üblichen Schlags. Schon das Südportal mit Stabwerk und Figurenschmuck zeugt vom Willen zur Repräsentation: handelt es sich doch hier um die Residenzkirche und Grablege der Ritter von Kaltental. Seit dem 3. November 1278 waren sie Ortsherren in Aldingen und blieben es beinahe 500 Jahre lang. Der Kirche im Land und dem Herzog dienten sie an hoher Stelle, als Obristen fochten sie im kaiserlichen Heer gegen Franzosen und Muselmanen. Ihre 24 Grabdenkmäler im Innern der Kirche sind von besonderer künstlerischer und kulturhistorischer Bedeutung.

Renaissanceschloss

Während vom "katholischen" Schloss nahe der Kirche heute kaum mehr etwas erhalten ist, prägt das "evangelische" Schloss den südlichen Teil des Ortskerns. Heinrich von Kaltenthal hat es 1580 erbauen lassen, zwölf Jahre nach Einführung der Reformation. Wohl ums Jahr 1726 erhielt der dreigeschossige Renaissancebau dann einige barocke Zutaten: das reich profilierte Eingangsportal mit dem Kaltenthaler Wappen, und im Innern zwei Stuckdecken mit farbenprächtig gemalten Jagdszenen. In den Bereich zwischen diesem äußeren Schloss und der Kirche schob sich nun das Dorf vor, mit stattlichen Hofanlagen, dem Pfarrhof und der Zehntscheuer (Kirchstraße 8 und 9). Quer dazu verläuft die Kornwestheimer Straße, an der sich in dichter Folge die sogenannten fränkischen Hofanlagen mit meist giebelständigem Haupthaus und traufständiger, den Hof rückwärtig begrenzender Scheuer reihen.

Das älteste Bauernhaus Aldingens (Kirchstraße 11) stammt aus der Zeit vor 1556. Noch um einiges älter dürfte ein spätmittelalterliches Steinhaus unterhalb der Kirche sein, "Pfaffenhaus" genannt (Kirchstraße 29).Kelter (Kelterstraße 5) und Schafhaus (Kocherstraße 2) wurden im 18. Jahrhundert erbaut und lagen damals noch außerhalb des geschlossenen Ortskerns.

Ums Jahr 1730 ließen sich die ersten Juden in Aldingen nieder: sie errichteten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Betsaal (Kirchstraße 15) und ein Frauenbad (Neckarstraße 18).

Aldingen wächst

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg begann sich der Ort nach Süden und Norden hin auszudehnen. Seit den 50er Jahren ist er dann von der Talebene den Hang hinaufgewachsen. Industrie und Gewerbe ließ sich an der Neckarstraße und jenseits des Neckars nieder.

Die Bebauung des Haldengebiets ab 1987 schuf Wohnraum für 2 800 Menschen. Westtangente und Haldenanschluss entlasten heute den Ortskern vom Durchgangsverkehr, so dass nun auch hier wieder Lebens- und Wohnqualität einziehen kann. Kirchstraße und Schlösslesstraße zeigen sich bereits wie aus dem Ei gepellt; mittlerweile sind nun Schlosshof und Kornwestheimer Straße zu Schwerpunkten der Ortskernsanierung geworden.

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