Abendliche Veranstaltung in Remseck
 
Das Kriegerdenkmal Neckarrems
Das Ehrenmal wurde zum Gedenken an die Gefallenen und Vermissten des ersten Weltkriegs an der sogenannten Holzsteige in Neckarrems errichtet. Zur Ausführung kam 1920 ein Entwurf von Oberbaurat Eisenlohr. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal erweitert, um an die nicht heimgekehrten Soldaten zu erinnern. Die Erweiterung des Ehrenmals wurde am Totensonntag 1954 eingeweiht.
Im Mai wurden das Denkmal und die Sandsteinmauer mit den Gedenktafeln abgebaut. Dann wurden die Teile von einem Steinmetz restauriert, bevor alles auf dem Friedhof Neckarrems Ende Juni/Anfang Juli zwischen dem Urnental und dem Gräberfeld wieder aufgestellt wurde.
 

Stadtnachrichten

Am neuen Platz angekommen


Musikalisch umrahmt vom Posaunenchor Neckarrems wurde das Kriegerdenkmal an seinem neuen Standort eingeweiht. Alte Bäume verpflanzt man nicht, steinernen Denkmälern macht das weniger aus: Knapp hundert Jahre nach seiner ersten Errichtung wurde das Kriegerdenkmal Neckarrems abgebaut, restauriert und noch ein zweites Mal aufgebaut - auf dem Neuen Friedhof Neckarrems hat es nun seinen neuen Standort gefunden. Am vergangenen Freitag wurde es dort in einer kleinen Feierstunde mit dem Gemeinderat und Vertretern der Kirchen eingeweiht. Ehrengäste waren dabei Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr sowie Ehrenbürger Heinz Pfizenmayer.

Als die Neckarremser 1920 dort das Denkmal errichteten, gingen sie davon aus, dass dort einmal ein neuer Friedhof für den heutigen Remsecker Ortsteil Neckarrems entstehen würde – nun steht das Denkmal tatsächlich auf dem Friedhof. Die Versetzung des Ehrenmals Neckarrems war ein lange gehegter Wunsch in der Stadt. Der bisherige Standort an der stark befahrenen Landesstraße zwischen Hegnach und Neckarrems war zwischenzeitlich ein ausgesprochen unwürdiger Platz geworden. Durch die Luftverschmutzung war außerdem der Sandstein stark angegriffen worden.

Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger dankte der Stihl-Stiftung herzlich, ohne deren großzügige Spende die Restaurierung und die Umsetzung nicht möglich gewesen wären. Sein weiterer Dank ging an Heinz Pfizenmayer, den früheren Ortshistoriker von Neckarrems, der ihm dieses Thema schon zu Beginn seines Amtsantritts nahe gelegt hatte. Aus finanziellen Gründen musste die Realisierung bis jetzt warten. „Wir haben also nicht nur Steine versetzt und Buchstaben erneuert“, so der OB, „Das Denkmal ist ein Stück regionaler und kommunaler Geschichte. Es ist ein Ort, der wieder zum Gedenken und Innehalten einlädt und zum Frieden mahnt. Damit ist es auch ein Ort, der nie überflüssig sein wird.“

Im Namen der Kirchen sprach der evangelische Pfarrer von Neckarrems, Klaus-Dieter Gress. Auch er betonte die Mahnung zum Frieden: „Die Namen sind gegen das Vergessen in Stein gemeißelt. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist wichtig für das Überleben in der Gegenwart. Der sinnlose Tod dieser Männer soll uns heute zur Besinnung bringen.“

Die Umsetzung kostete 115.000 Euro. 100.000 Euro spendete die Eva-Mayr-Stihl-Stiftung – erst so wurden die Restaurierung und die Umsetzung von der äußerst ungünstigen Lage an der Parkbucht auf den Friedhof möglich.
 
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Redakteur / Urheber