Abendliche Veranstaltung in Remseck
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Weitere Informationen finden Sie auf der Beteiligungsplattform www.buergerdialog-westrandbruecke.de oder auf der städtischen Website www.remseck.de. Auf dem YouTube Kanal der Stadt Remseck am Neckar finden Sie Aufzeichnungen der Auftaktveranstaltung zum Bürgerentscheid am 23.09.2020 und der Podiumsdiskussion am 21.10.2020.

Stadtnachrichten

Fragen und Antworten zum Bürgerentscheid Westrandbrücke


Was wird das Projekt „Neue Mitte“ kosten?

Die Neue Mitte ist das zentrale Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Remseck. Solche Projekte haben einen langen zeitlichen Vorlauf und sind stets mit Kosten und Personalaufwand verbunden. Der Gemeinderat als von der Bürgerschaft demokratisch gewähltes Gremium hat diese Entwicklung der Neuen Mitte beschlossen und unterstützt. Alle Mittel, die bisher für die Neue Mitte aufgewendet wurden und in den weiteren Jahren noch benötigt werden, werden jährlich im Rahmen der Haushaltsplanung diskutiert und durch den Gemeinderat beschlossen.
Es wäre unseriös schon heute einen konkreten Kosten- und Zeitplan zu benennen. Dafür sind die Planungen noch nicht weit genug voran geschritten. Man kann heute noch nicht sagen, welchen Baugrund man zum Beispiel vorfinden wird, was bei der naturschutzrechtlichen Prüfung herauskommt usw. In einem der nächsten Schritte nach positivem Ausgang des Bürgerentscheids wird die Planung ausgearbeitet und damit auch ein zeitlicher Ablauf des Projektes entwickelt. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Remseck am Neckar haben sich in Bezug auf die Kosten wie folgt geeinigt: Das Land übernimmt 75% der Kosten, die Stadt davon 25%. Dazu gehören nicht nur die Brücke, sondern auch der Straßenbau, der Lärmschutz, der Grunderwerb oder die Ausgleichsmaßnahmen. Was zum Glück nicht geteilt wird, ist der Mehrwert, den man sich aus dem späteren Baugebiet erhofft: Mehr Wohnungen, mehr Kitas, eine mögliche Schulerweiterung, mehr Gewerbetreibende. Die Kosten des Straßenprojektes sind daher in enger Verzahnung mit der Entwicklung der Neubauflächen im Bauabschnitt 2 und 3 zu betrachten. Hiermit können die Kosten der Stadt refinanziert werden.

Was passiert mit dem Kieswerk?

Die Stadtverwaltung steht bereits in Kontakt mit der Firma Krieger. Sie ist grundsätzlich bereit, den Standort aufzugeben. In diesem Bauabschnitt (Bauabschnitt 2) können sich die Bürger aus der Beteiligung Dienstleistung und Handel, wie z. B. eine Drogerie und kleine Geschäfte sowie Cafés und Restaurants vorstellen. Zudem kann es Büroräume, aber auch Wohneinheiten in diesem Abschnitt geben.

Wie komme ich zukünftig aus Neckargröningen heraus?

Sie können Neckargröningen zukünftig auch weiterhin über alle Möglichkeiten anfahren und abfahren, die auch heute bestehen: die Ludwigsburger Straße, die Aldinger Straße bei der „Tankstelle“ und die Wasenstraße. Die Zufahrtsmöglichkeiten verbessern sich sogar, da es künftig keinen Mittelteiler mehr in der L 1100 geben wird und Sie in beide Richtungen insbesondere bei der „Tankstelle“ ein und aus fahren können. Die Trasse der jetzigen L 1100 bleibt für den PKW Verkehr offen. Die Fahrbahn kann aber in der Breite und Dimensionierung zurückgebaut werden, da ja die Anbindungen der übergeordneten Straßen bei der Westrandbrücke auf der neuen noch zu bauenden Westrandstraße stattfinden werden. Lediglich und ausschließlich die jetzige Neckarbrücke wird autofrei.

Lageplan Westrandbrücke

Das Gutachten sagt mehr Verkehr in der Ludwigsburger Straße in Neckargröningen voraus. Woher kommt dieser Verkehr?

Die Steigerung des Verkehrs in der Ludwigsburger Straße kommt durch eine attraktivere Ausfahrt für die Neckargröninger AnwohnerInnen. Der Schleichverkehr kann damit weitestgehend vermieden werden. Die Verkehrszunahme bedeutet nicht, dass mehr Verkehr von „außen“ nach Neckargröningen kommt. Es handelt sich hier um eine Umverteilung des Verkehrs innerhalb von Neckargröningen, da die Ausfahrt aus der Ludwigsburger Straße interessanter wird. Dafür werden andere Straßen entlastet wie z. B. die Wasenstraße.

Wo kann ich künftig in der Neuen Mitte parken?

Schon heute können die Bürgerinnen und Bürger die Marktplatz Tiefgarage nutzen. 30 Minuten sind hier kostenlos. Künftig kann dann auch die Tiefgarage unter dem Viertel der Neuen Mitte genutzt werden. Angefahren wird diese über die Fellbacher Straße. Gemütlich können Sie dann durch die oberirdisch autofreie Fußgängerzone schlendern. Lieferverkehr ist hier, analog zu einer Fußgängerzone, möglich. Für die Bewohner der Neuen Mitte und der Erweiterung des Stadtteils Neckargröningen können ebenfalls Tiefgaragenstellplätze zur Verfügung gestellt werden.
Zusätzlich wird es an der U12 Kiss & Ride Parkplätze geben, um in einer Kurzzeitparkzone anzuhalten, um jemanden aussteigen zu lassen oder abzuholen.

Wie kann die neue Brücke aussehen?

Bewusst wurde auf eine Illustration der Brücke verzichtet, da die zu entscheidende Frage des Bürgerentscheids nicht das „wie“, sondern das „ob“ beinhaltet. Wir können heute noch nicht sagen, ob es sich um eine Kastenbrücke, Bogenbrücke oder eine Hängebrücke handelt. Dies wird voraussichtlich anhand eines Wettbewerbs erfolgen, bei dem wir die Bürgerinnen und Bürger gerne mit einbinden möchten. Denn über die Gestaltung der Brücke dürfen Sie mitreden.

Wie kann aus der alten Brücke eine autofreie Brücke werden?

Mit dem Bau der Westrandbrücke wird aus der bisherigen Neckarquerung eine autofreie Brücke. Diese wird dann ausschließlich für den ÖPNV, Radverkehr und Fußgänger freigegeben. Man spricht hierbei von einer sogenannten Umweltspur.
Die Breite der jetzigen Neckarquerung kann auch bei einer Umwidmung zu einer Umweltspur beibehalten werden. Die Verkehrsteilnehmer teilen sich diese Spur. Links und rechts wird es Platz für den Fußgänger geben. In der Mitte teilen sich Radfahrer und der ÖPNV den Verkehr. Dabei ist richtig zu stellen, dass es hier keinen 4m breiten Radschnellweg geben wird. Gegenseitige Rücksichtnahme wird hier groß geschrieben. Der oft genannte Radschnellweg von Ludwigsburg nach Waiblingen, führt zwar durch Remseck, jedoch auf Remsecker Gemarkung weitüberwiegend nicht auf einer eigenen exklusiven 4 m breiten Trasse. Die Breite bei Zweirichtungsradwegen im Verlauf einer Radschnellverbindung sollte im Idealfall so gewählt sein, dass zwei Fahrräder nebeneinander fahren und ohne Störung durch ein drittes Fahrrad überholt werden können bzw. Gegenverkehr möglich ist. Dies kann auf der jetzigen Brücke sehr gut ermöglicht werden.
In der Vorstellung der Stadtverwaltung findet keine Busbegegnung auf der Brücke statt. Moderne Ampelanlagen sorgen dafür, dass sich die Busse abwechseln und immer nur ein Bus die Brücke überquert.

Wie kann die Westrandbrücke den Verkehr verbessern?

Die Westrandstraße und die zuführenden Knotenpunkte werden so gestaltet, dass der Verkehr von 39.800 Fahrzeugen täglich (3.790 SV/d) aufgenommen werden kann. Die Westrandbrücke entlastet somit die Ortsdurchfahrten in Remseck und reduziert den Verkehr auf der Wehrbrücke in Aldingen um 43%.
Bisher laufen nördlich der Neckarquerung vier große Hauptstraßen am Mobilitätszentrum mit U-Bahn und Zentralem Busbahnhof (ZOB) zusammen. Problem des Staus ist demnach nicht die Bücke, sondern der Kreuzungsbereich. Mit dem Bau der Westrandbrücke kann diese eine Kreuzung entzerrt und auf drei Kreuzungen verteilt werden.
Allgemein gilt: Die Länge und die Anzahl der Zu- und Abfahrten (Fahrstreifen) bestimmen die Wartezeit an einer Kreuzung. Je mehr Fahrsteifen es gibt, desto mehr Fahrzeuge können bei einer Ampelphase die Kreuzung passieren. Die größere Entfernung zwischen den einzelnen Kreuzungen und die dadurch bessere Möglichkeit zur Koordination der Ampelanlagen erhöht die Leistungsfähigkeit und wirkt sich positiv auf den Verkehr aus. Diese Faktoren führen dazu, dass ein Fahrzeug im weitüberwiegenden Teil des Tages staufrei und in den Hauptverkehrszeiten nach spätestens  zwei Ampelphasen die neuen Kreuzungen im Planungsgebiet überfahren kann.
In den Stadtteilen von Remseck werden Be- und Entlastungseffekte sichtbar (weniger Schleichverkehr), die durch Umorientierungen des Quell- und Zielverkehrs entstehen und in Summe eine Entlastung darstellen.

Wie verändert sich der Verkehr für den Stadtteil Hochberg?

Im Gutachten von Modus Consult sind auf dem Plan 031 die Zahlen dargestellt, wie sich der Verkehr bis zum Jahr 2035 entwickelt, wenn wir nichts tun. Im unteren Abschnitt der OD Hochberg sind es dann 16.900 Kfz/24 Stunden und im oberen Abschnitt 14.400 Kfz/24 Stunden. Auf dem Plan 097 kann man entnehmen, dass durch die Westrandbrücke im unteren Abschnitt 17.600 Kfz/24h sind und im oberen Abschnitt 14.200 KfZ/24h. Dadurch sieht man, dass sich sowohl positive wie auch negative Effekte durch Verkehrsverlagerungen ergeben. Die reine Addition oder Subtraktion von Zahlen führt nicht zu einem korrekten Ergebnis.

Was passiert, wenn die Westrandbrücke nicht kommt? Ist die Variante von „wir für morgen e. V.“ eine Alternative?

Das von Modus Consult erstellte Verkehrsgutachten und die Variante 3a sowie das Schallschutzgutachten sind die Entscheidungsgrundlagen für diesen Bürgerentscheid. Dies hat der Gemeinderat so in seiner Sitzung im Mai 2020 beschlossen. Die Variante von „wir für morgen e.V.“ ist keine Alternative.
Für das Land Baden-Württemberg steht fest, dass es ohne den Bau der Westrandbrücke momentan keine weitere Verbesserungsmöglichkeit für den Verkehr in der Mitte von Remseck gibt. Für den Fall, dass sich die Bürger*innen gegen den Bau der Westrandbrücke entscheiden, bleibt die jetzige Neckarquerung der Status Quo für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Die Brücke ist nach Auffassung des Landes noch in einem guten Zustand. Daher sieht das Land momentan keinen Handlungsbedarf. Sollte Handlungsbedarf bestehen, wird das Land im Rahmen einer Ertüchtigung der Brücke diese mit  3 bis 4 Spuren ausbauen müssen, da die Knoten auf beiden Neckarseiten nicht entsprechend groß ausgebaut werden können.

Was passiert mit den anderen Stadtteilen? Hat die Stadt denn überhaupt noch Zeit und Geld für andere Projekte?

Mit dem Bau der Westrandbrücke und der Neuen Mitte ist die Stadt Remseck am Neckar noch lange nicht zu Ende gedacht. Wir arbeiten heute und auch in Zukunft weiter an Optimierungen in allen Stadtteilen für alle Verkehrsteilnehmer.

Warum Ihre Stimme zählt?

Der Gemeinderat hat bewusst die Entscheidung über den Bau der Westrandbrücke per Ratsentscheid an Sie übertragen. Deshalb wünscht sich die Stadtverwaltung Remseck am Neckar, dass Sie Ihr Recht auf Abstimmung nutzen. Gehen Sie am Sonntag, den 15. November 2020, abstimmen.
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Redakteur / Urheber