Abendliche Veranstaltung in Remseck
Blick auf Vich/Vigo di Fassa
Blick auf unsere Partnergemeinde Vich/Vigo di Fassa.

Stadtnachrichten

15 Jahre Partnerschaft mit Vigo di Fassa: Jetzt gibt es eine Remseck-Brücke


Die schwäbische Delegation wurde von einer in weißer und roter Tracht angetretenen Musikkapelle am frühen Abend des Fronleichnamstags begrüßt. Dann begleitete der Zug den Besuch aus Deutschland zu einer Überraschung: Die neue Brücke als Teil der Umgehungsstraße wurde anlässlich des Partnerschaftsjubiläums auf den Namen „Remseck am Neckar“ getauft!
Dort wurde das grün-weiß-blaue Band, die Farben Ladiniens, von Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger und seinem Amtskollegen aus aus Vigo, Bürgermeister Franco Lorenz, gemeinsam durchschnitten.
Vigos Bürgermeister Franco Lorenz und der Remsecker OB Karl-Heinz Schlumberger eröffnen gemeinsam die neue Brücke "Remseck am Neckar" über den kleinen Fluss Ruf de Pantle.
Vigos Bürgermeister Franco Lorenz und der Remsecker OB Karl-Heinz Schlumberger eröffnen gemeinsam die neue Brücke "Remseck am Neckar" über den kleinen Fluss Ruf de Pantle.

Anschließend ging es auf die Piazza de Vich mitten im Ort, wo das regionale Fernsehen und alle Honoratioren aus dem Fassatal den Remseckern und Bewohnern von Vigo zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft gratulierten. Die Remsecker Delegation hatte als Gastgeschenk eine Muschelkalkstele mit den entsprechenden Inschriften und Wappen der beiden Ortschaften im Gepäck (wie berichtet), die bereits am Vortag antransportiert und einbetoniert worden war. Zu den Klängen der Musikkapelle wurde sie feierlich enthüllt und den Bewohnern von Vigo offiziell übergeben.
Das Remsecker Geschenk, die Muschelkalkstele, wurde von den Vorsitzenden der AG Städtepartnerschaften, Susanne Pfab-Groche und Helmut Wibel (links), übergeben und feierlich enthüllt.
Das Remsecker Geschenk, die Muschelkalkstele, wurde von den Vorsitzenden der AG Städtepartnerschaften, Susanne Pfab-Groche und Helmut Wibel (links), übergeben und feierlich enthüllt.

Das Besuchsprogramm sah am nächsten Tag eine Bergwanderung vor – bei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ging es mit ausgebildeten Bergführern über die steilen Pfade der Dolomiten – mit atemberaubendem Panorama und prächtiger Flora, Enzian mit dicken royalblauen Kelchen wechselten sich mit rosa Steinbrech ab, mit lila blühenden Mooskissen und weißen Berganemonen
Bunter Remsecker Lindwurm in den Bergen.
Bunter Remsecker Lindwurm in den Bergen.

Bei der am Abend veranstalteten Jubiläumsfeier im weißen Zeltpavillon gab es nicht nur offizielle Reden, Fiorenzo Ghetta, Gino Fontana, Ugo Murer und Franco Pellegrin wurden wegen ihrer Verdienste um die Partnerschaft geehrt. Von Feuerwehrkommandant Helmut Wibel bekamen sie die entsprechenden Nadeln und Medaillen. Gesellig wurde esm, als eine Band das ganze volkstümliche Alpenrepertoire rauf und runter spielte: Die Remsecker tanzten mit den Ladinern und umgekehrt und vergaßen darüber sogar fast die für das Gebirge typische, abendliche Kälte. Die dem guten Abendessen folgende Jubiläumstorte war ein Wunderwerk der Konditorenkunst und - wie alles Kulinarische in Italien - köstlich.
Gute Stimmung im Festzelt.
Gute Stimmung im Festzelt.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Rovereto, das die meisten als das Tor zum Gardasee kennen. Aber hinter dem an der Ausfahrt der Autostrada liegenden Industriegebiet verbirgt sich ein hübsches, oberitalienisches Städtchen mit venezianischer Vergangenheit, klassizistischen Palazzi und Plätzen. Da Rovereto wegen seiner strategischen Lage am Ausgang der Alpen in die oberitalienische Tiefebene immer umkämpft war, hat es eine leidvolle, kriegerische Vergangenheit, an die in einem der größten Kriegsmuseen Europas erinnert wird. Außerdem läutet in Rovereto allabendlich die 22 Tonnen schwere Friedensglocke, die nach dem ersten Weltkrieg oberhalb der Stadt auf einem Bergfirst angebracht wurde, um der Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt zu gedenken. Von dort oben hatten die Remsecker einen atemberaubenden Ausblick auf das fruchtbare Tal der türkisschimmernden Etsch (italienisch „Adige“), das von beiden Seiten von überwältigend hohen Bergwänden begrenzt wird.

Der letzte Abend in Vigo wurde durch einen gemeinsamen Auftritt des Coro Valfassa, des Bergsteigerchores, mit dem Rock-und-Pop-Chor des Liederkranzes Neckargröningen abgeschlossen. Die in dunkelbraunem Wams angetretenen Bergsteiger mit ihren dunklen Männerstimmen und die in Weiß und Türkis auftretenden Sänger der Rock- und Pop-Formation bildeten einen besonderen Kontrast – auch musikalisch: volkstümliche Weisen einerseits und schwungvolle Schlagerrhythmen andererseits.
Wenn die bunten Fahnen wehen ...
Wenn die bunten Fahnen wehen ...

Dank dieses Jubiläumsbesuches kann die deutsch-italienische Städtepartnerschaft auf eine weitere, gelungene Veranstaltung zur Festigung ihres Bestehens blicken.

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